Route Josep Pla.
Technische Beschreibung

Route mit dem Auto
Schwierigkeitsgrad: Niedrig.
Länge: 18 km.
Dauer: ca. 3 Stunden.
Höhenunterschied: Nicht vorhanden.
Art der Route: Linearer Verlauf.
Auszeichnung: Vorhanden.
Jahreszeit: Das ganze Jahr über, am schönsten aber außerhalb der touristischen Hauptsaison.
Ausgangspunkt: Palafrugell.
Kinder: Ja.

Unterkunft in Palafrugell

Streifzug durch die Landschaft von Josep Pla

Entdecken Sie mit Josep Pla die Landschaften des Empordà, die zu einem beachtlichen Teil die literarische Welt dieses großen katalanischen Schriftstellers beeinflusst haben.

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Anreise:
Unsere Route beginnt in der Carrer Nou in Palafrugell, wo sich mit der Hausnummer 49-51 das Geburtshaus des Schriftstellers befindet. Heute ist in diesem Gebäude die Stiftung Josep Pla untergebracht. In seinem unter dem Titel El quadern gris erschienenen Tagebuch nimmt Pla wie folgt zu seiner Geburt in Palafrugell Stellung: "Jedenfalls wurde ich in der Carrer Nou – auch Carrer del Progrés genannt – geboren, einer langen, traurigen Straße, die sich kerzengerade von der Carrer de la Caritat bis hin zur Bahnlinie nach Palamós zieht."

Beginn:
Wir verlassen die Carrer Nou und wenden uns der Carrer de Torres i Jonama zu, wo wir mit der Hausnummer 56 das Stammhaus der Familie Pla finden. An die Zeit, die er hier verbracht hat, erinnert sich Pla mit folgenden Worten: "Lange, furchtbar kalte Winter, die mir viel kälter als die Winter heute erscheinen wollen [...] die eisigen Zimmer des Hauses mit ihren neuen Mosaikfußböden, die ihrer Wirkung nach genauso waren, als hätte man die Füße auf einem Eisbarren; die Eiszapfen, die von den Balkonen auf die Straße tropften ..."

Weiterer Verlauf:
Nach und nach kommen wir nun zur Plaça Nova, heute wie früher das Herzstück des Ortes. Beherrscht wird der Platz vom Cercle Mercantil und vom Centre Fraternal, zwei Vereinslokalen, die in der Vergangenheit Schauplatz verschiedener von Pla in seinem Werk beschriebener Gesprächsrunden waren.

Im Pkw geht es jetzt weiter über die GIV-6542, die uns von Palafrugell in das an der Küste gelegene Tamariu bringt. Den Ursprung dieses Ortsnamens erklärt Pla in einem seiner Werke wie folgt: "Der Name Tamariu leitet sich ohne jeden Zweifel von den Tamarisken (auf Katalanisch tamariu) ab, die am Ufer des sich dort im Sandstrand verlaufenden Baches wachsen."

Von Tamariu aus fahren wir zwei Kilometer zurück in Richtung Palafrugell und biegen dann nach links in die GIV-6591 ein, der wir bis zum Leuchtturm von Sant Sebastià folgen. Von dieser 178 Meter über dem Meer gelegenen Kuppe aus hat man eine prachtvolle Aussicht auf die umliegende Landschaft. "Sant Sebastià ist wunderschön, wenn man auf Leute trifft. Und wenn man einmal auf niemanden trifft, dann ist der Ort doppelt schön," schreibt Pla in einem seiner Werke.

Von Sant Sebastià aus geht es in Richtung Süden nach Llafranc hinunter. Dieses kleine Dorf wird von Pla mit folgenden Worten umschrieben: "Der Sommeraufenthalt in Llafranc war damals sehr angenehm; heute ist er es aus anderen Gründen. Unübertrefflich das Bad im Meer, sauber und wundervoll der Sand, unumstößlich die ruhige Beschaulichkeit, ausgezeichnet die heimische Küche. Eine wirkliche Erholung."
 
Fährt man einen halben Kilometer weiter in Richtung Calella de Palafrugell, stoßen wir auf den Strand der Platja del Canadell, über die Pla schreibt: "Zu den schönsten Dingen an der Platja del Canadell gehört es, wenn man nach dem Mittagessen für ein paar Stunden im Schatten des Bauchs eines Fischerboots ruhen kann."

In Calella selbst bietet sich dem Besucher die Platja del Port Bo dar, ein kleiner Strand, den Pla in aller Bequemlichkeit von den Arkadengängen der Voltes de Calella aus beobachtet: "Vom Schatten der Arkaden aus sieht man hinab zur Platja del Port Bo, die, eingetaucht in lethargische Ruhe, von gelbem Licht durchflutet wird. Im Glanz des Meeres sind die Augen geblendet."

Über die Schnellstraße GIV-6546 kehren wir nun nach Palafrugell zurück, durchqueren den Ort und fahren dann über die GIV-6591 in Richtung La Bisbal d'Empordà. Etwa 800 Meter hinter dem Ort, noch vor der Einmündung in die C-31, stoßen wir zu unserer Linken auf das Anwesen Mas Pla. In diesem alten Bauernhaus lebte der Schriftsteller während der letzten Jahre seines Lebens: "Seit vielen Jahren – eigentlich seit ich mir in Mas Pla in der Pfarrgemeinde Llofriu ein Zimmer und eine kleine Bibliothek eingerichtet habe – lebe ich tagein, tagaus dasselbe Leben. In diesem reichlich chaotischen, im Winter bitterkalten und im Sommer durchaus angenehmen alten Haus lebe ich vollkommen allein."

Mas Pla.
Mas Pla.

Nun geht es über die C-31 in Richtung La Bisbal d'Empordà. Nach ungefähr 700 Metern biegt links eine Straße nach Llofriu und rechts der Weg zum Friedhof ab. Seinen schriftlichen Anweisungen zufolge wollte Josep Pla hier begraben werden: "Als Einziges wünsche ich mir, dass man mich im Friedhof von Llofriu, meiner Pfarrgemeinde, beisetzt. Nur im Beisein meiner nächsten Angehörigen und ohne das Begräbnis bekannt zu machen. Und der entsprechende Priester soll mir dabei das lateinische Gedicht Dies irae, dies illa rezitieren."

Anmerkungen und Empfehlungen:
Vor, während und nach der Route sollte man auf die von Josep Pla veröffentlichten Schriften zurückgreifen. In den Werken El quadern gris, El meu país, Tres guies und Notes del capvesprol tauchen immer wieder Hinweise auf die von uns hier beschriebene Route auf.

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