Besalú.
Technische Beschreibung

Route mit dem Auto
Schwierigkeitsgrad: Mittlerer Schwierigkeitsgrad.
Länge: In etwa 171 km (Hauptroute), je nach besuchten Ortschaften.
Dauer: Ungefähr drei Stunden.
Höhenunterschied: Die höchsten Erhebungen sind die Burg Sant Salvador de Verdera im Naturpark Cap de Creus mit 670 Metern und das Heiligtum Mare de Déu del Mont mit 1.150 Metern.
Art der Route: Linearer Verlauf durch zwei Verwaltungsbezirke (Garrotxa und Alt Empordà), mit verschiedenen Teilstrecken und Alternativrouten.
Auszeichnung: Nicht vorhanden. Man sollte eine aktuelle Straßenkarte mitführen.
Jahreszeit: Das ganze Jahr über.
Ausgangspunkt: Besalú.
Kinder: Ja.

Unterkunft in Besalú
Unterkunft in Llançà

Schmuckstücke der Romanik : Von Besalú nach Sant Pere de Rodes

Je mehr man sich der Küste nähert, desto stärker wird die Landschaft von der Romanik geprägt. Die kleinen Kirchen der Garrotxa werden abgelöst von den Dörfern des Empordà, die sich in den Schatten des großen romanischen Klosters am Mittelmeer flüchten: Sant Pere de Rodes.

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Anreise:
Von Besalú aus geht es über die N-260 zunächst in Richtung Figueres. Erstes Ziel unserer Route ist hier Navata mit seiner Kirche aus dem 12. Jahrhundert, die aufgrund ihrer Nähe zum gleichnamigen Bauerngehöft auch unter der Bezeichnung Can Miró bekannt ist. Nun biegen wir in die GIP-5239 ein, die uns bald schon nach Lladó bringt. Der Ort ist bekannt durch sein Kloster Santa Maria de Lladó (12. Jahrhundert), ein altes, vom Augustinerorden unterhaltenes Chorherrenstift, das auch heute noch von Nonnen bewohnt wird. Besorgt man sich den Schlüssel im Rathaus, kann man auch die Kirche Sant Feliu besichtigen.


Über einen unbefestigten Weg kommt man von Lladó aus ins kleine Cistella, das auch über die etwas später von der N-260 abzweigende GIP-5101 zu erreichen ist. Hier finden wir die urkundlich bereits 978 erwähnte Santa Maria de Cistella, ein wieder aufgebautes Kirchlein, das sich eine schöne romanische Fassade erhalten hat.


Von Cistella aus geht es jetzt über die GIP-5101 bergan, bis wir auf die GI-510 stoßen, die uns nach Albanyà bringt. Hier, auf 1.150 Metern über dem Meer, erhebt sich das neuromanische Heiligtum Mare de Déu del Mont. Über die Straße, über die wir gekommen sind, fahren wir nun weiter bis nach Figueres und von dort aus über die C-252 in das nur einen knappen Kilometer entfernte Vilabertran.


Obligates Besuchsziel ist hier die Abtei Santa Maria de Vilabertran, ein Gebäudekomplex, der aus einem einstigen Augustiner-Chorherrenstift hervorging und drei bauliche Elemente von größtem Interesse enthält: die Kirche aus dem 11. Jahrhundert, der in lombardischer Romanik gehaltene Glockenturm (12. Jahrhundert) und der benachbarte Kreuzgang (12. und 13. Jahrhundert). In einer der Kapellen wird ein Kreuz aus dem 14. Jahrhundert aufbewahrt, das als ein Meisterwerk katalanischer Goldschmiedekunst gilt. In der Kirche, in der 1295 König Jakob II. und Blanca von Anjou getraut wurden, finden heute die Konzerte der alljährlich veranstalteten Schubertiade statt.


Im weiteren Verlauf unserer Route erreichen wir die einstige Grafenstadt Peralada, die eine große historische Vergangenheit besitzt und ihre Besucher mit einem eindrucksvollen Ortskern aus der Zeit des Mittelalters überrascht. Äußerst sehenswert ist der wunderschöne Kreuzgang des früheren Klosters Sant Domènec de Peralada (12. und 13. Jahrhundert) mit seinen beeindruckenden Säulen und Kapitellen.


Über die C-252 kommen wir nun nach Garriguella, wo wir in die GIV-6032 in Richtung Vilamaniscle abbiegen. Auf halbem Weg zwischen Vilamaniscle und Rabós d'Empordà stoßen wir auf einen Feldweg, über den wir das Kloster Sant Quirze de Colera erreichen. Von dieser einstigen Benediktinerabtei sind heute nur noch Ruinen erhalten, die jedoch – wie etwa die Kirche (10. und 11. Jahrhundert) oder der frühere Kreuzgang – beredte Zeugnisse vergangener Zeiten sind. Nur zweihundert Meter weiter bietet sich auch die Kirche Santa Maria de Colera (12. und 13. Jahrhundert) zum Besuch dar.
Wir kehren nun zurück zur GI-603 und kommen dann auf die N-260, der wir bis Llançà folgen. Von diesem Ort aus geht es, parallel zur Küste, nach Colera und Portbou, wo zu Ehren des hier bei seiner Flucht vor den Nazis verstorbenen deutschen Philosophen Walter Benjamin das Mahnmal Memorial Passagen errichtet wurde. In diesem grenznahen Bereich kommt die Erinnerung an das unfreiwillige Exil auf, so wie es unter anderem viele Antifaschisten am Ende des spanischen Bürgerkriegs und dann auch wieder die vor den Schrecken des zweiten Weltkriegs flüchtenden Bewohner der verschiedensten europäischen Länder auf sich nehmen mussten.
Zurück in Llançà, bringt uns die GI-612 in Richtung El Port de la Selva. Kurz vor dem Ort stoßen wir auf einen Abzweig zum Kloster Sant Pere de Rodes.


Kloster von Sant Pere de Rodes.
Kloster von Sant Pere de Rodes.

Hoch über dem Meer in den Verdera-Bergen gelegen, bietet sich diese Klosteranlage als eine einmalige Aussichtsplattform dar. Die Ursprünge von Sant Pere de Rodes liegen im Dunklen, die heutige Struktur jedoch bildete sich im Wesentlichen im 10., 11. und 12. Jahrhundert heraus, in der Glanzzeit der Romanik also. Die Kirche weist eine für die katalanische Romanik einmalige Gestaltung auf. Das Kloster, die Kirche Santa Helena sowie die Reste des nahebei gelegenen Dorfes und der Burg Sant Salvador de Verdera bilden ein ganz außerordentliches mittelalterliches Ensemble, das man am Ende dieser Route der Romanik unbedingt besuchen sollte. Es sei ferner darauf hingewiesen, dass sich in dieser Klosteranlage auch ein Informationsbüro des äußerst sehenswerten Naturparks Cap de Creus befindet.

Erweiterung der Route:
Im Empordà führt die Route unmittelbar am Naturschutzgebiet der Albera vorbei. In diesen Bergen konnten bislang 130 vorgeschichtliche Elemente in Gestalt von Menhiren und Dolmen ausfindig gemacht werden, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Nähere Auskunft erhält man bei den lokalen Fremdenverkehrsbüros sowie an den Informationsstellen des Naturschutzgebiets vor Ort.

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