Anreise:
Unsere Route beginnt in Puigcerdà, der Hauptstadt des Verwaltungsbezirks Cerdanya. Für einen ersten Vorgeschmack auf die uns bevorstehende Reise durch die Zeit der Romanik fahren wir zunächst über die GIV-4035 nach Guils de Cerdanya und besuchen dort die Kirche Sant Esteve (12. Jahrhundert). Anschließend geht es wieder zurück nach Puigcerdà, wo unsere Route nun ihren Anfang nehmen kann.
Beginn:
Wir nehmen die N-152 in Richtung Alp und besuchen hier die Kirche Sant Pere. Zurück auf der N-152, geht es nun weiter über den im Winter nicht selten eingeschneiten Hochgebirgspass der Collada de Toses.
Weiterer Verlauf:
Wir folgen der Nationalstraße und erreichen im letzten Abschnitt der Passhöhe den kleinen Ort
Toses. Von hier aus geht es nun durch die Dörfer
Fornells,
Dòrria und
Nevà sowie durch
Planoles, zu dem auch der Ortsteil
Planès gehört. In all diesen Ortschaften stoßen wir auf kleine romanische Kirchbauten:
Sant Martí de Fornells,
Sant Víctor de Dòrria,
Sant Cristòfol de Nevà,
Sant Cristòfol de Toses,
Sant Marcel de Planès und
Sant Vicenç de Planoles. Zum größten Teil sind diese Kirchen durchgängig geschlossen, weshalb man sich zur Besichtigung erst den Schlüssel beschaffen muss. Am besten, man setzt sich diesbezüglich vorher mit dem örtlichen Fremdenverkehrsbüro bzw. der Gemeindeverwaltung in Verbindung.
Wir folgen der N-152 und kommen im weiteren Verlauf unserer Route nach Ribes de Freser. Von diesem Ort aus kann das Tal von Ribes erkundet werden, das in den Ortschaften Campelles, Queralbs, Pardines und Fustanyà ebenfalls mit interessanten romanischen Kirchen aufwartet.
Nun geht es weiter nach Ripoll, eine in geschichtlicher Hinsicht außergewöhnlich bedeutende Stadt, der man einen etwas eingehenderen Besuch abstatten sollte. Mit dem Kloster Santa Maria stoßen wir hier auf eines der schönsten Beispiele katalanischer Romanik, dessen in Stein gehauenes Eingangsportal in ganz Europa nicht seines Gleichen haben dürfte.
Über die C-26 erreichen wir hierauf Sant Joan de les Abadesses. Der Ort ist ein seltenes Beispiel mittelalterlicher Stadtplanung und überrascht seine Besucher mit etlichen Baudenkmälern von größtem Interesse, so etwa die Alte Brücke, der Abteipalast und das Kloster Sant Joan, in dem das Heilige Mysterium (13. Jahrhundert), eine einzigartige Figurengruppe aus der Zeit des Übergangs von der Romanik zur Gotik, verwahrt wird.
Im weiteren Verlauf unserer Route folgen wir der C-26 und anschließend der C-38 und erreichen das Tal von Camprodon. Die wunderschöne Landschaft lädt ein zu den verschiedensten Wanderungen und – im Winter – zum Skifahren, und überrascht ebenfalls durch stattliche Bauwerke aus der Zeit der Romanik, so etwa in Setcases, Tregurà, Vilallonga, Abella oder La Roca.
In Camprodon erwarten uns die romanische Neue Brücke, das Wahrzeichen der Ortschaft, sowie die Kirche Santa Maria und das Kloster Sant Pere mit seinem kuriosen achteckigen Kuppelgewölbe und einem ungewöhnlich breiten Kirchenschiff.
Über die GIV-5264 machen wir von hier aus einen kurzen Abstecher nach Llanars, um dort die Kirche Sant Pere (12. Jahrhundert), ein prachtvolles Beispiel romanischer Baukunst, zu besuchen.
Zurück in Camprodon schlagen wir nun die C-38 nach Molló ein, wo uns die Kirche Santa Cecília (12. Jahrhundert) erwartet. Außerordentlich interessant sind hier der viergeschossige quadratische Glockenturm und das seitliche Portal.
Wir bleiben auf der C-38, bis wir auf die GIV-5223 stoßen, die uns nach Beget bringt. Es handelt sich um ein Dorf, das sich seine mittelalterliche Struktur voll erhalten konnte und deshalb ganz unter Denkmalschutz steht. Besonders interessant ist die Kirche Sant Cristòfol (10. Jahrhundert) mit ihrem schlanken, 22 Meter aufragenden vierstöckigen Glockenturm als einem der schönsten Zeugnisse der Romanik dieser Gegend. Im Kirchenraum selbst ist die Majestat de Beget (12. Jahrhundert), eine wunderschöne polychrome Statue des mit Krone und einem bis zu den Füßen reichenden Mantel thronenden Christus zu sehen, die als eines der beeindruckendsten Beispiele romanischer Bildhauerkunst gelten darf.
Von Beget aus geht es nun in Richtung Oix. Dieser Ort mit seiner großen Vergangenheit, die aus der Zeit der Araber bis ins 15. Jahrhundert reicht, wartet mit wahren Schmuckstücken romanischer Baukunst auf, so etwa die Reste der früheren Burg, die Pfarrkirche Sant Llorenç oder die Mittelalterliche Brücke.
Nach diesem Besuch geht es weiter bis zur C-26, die wir in Richtung Figueres einschlagen, um bald schon Besalú, die letzte Station unserer Route zu erreichen. Dieser Ort hat sich diverse Zeugnisse eines harmonischen Zusammenlebens der jüdischen mit der christlichen Kultur bewahrt und überrascht durch einen beeindruckenden mittelalterlichen Kern.

Beget.
Erweiterung der Route:Statt die C-26 von Oix kommend in Richtung Figueres einzuschlagen, biegen wir ab nach
Olot. Hier stoßen wir bald schon auf
Castellfollit de la Roca und, einige Kilometer weiter, auf die Landstraße nach
Sant Joan les Fonts, das ebenfalls einen kurzen Besuch verdient. Im Anschluss hieran geht es wieder auf die C-26 zurück, auf der wir bis
Besalú bleiben.
Anmerkungen und Empfehlungen:
Um diese Route wirklich voll genießen zu können, sollte man sie in mehrere Abschnitte unterteilen. Am besten, man übernachtet so unterwegs, sodass genügend Zeit für die einzelnen Besuche bleibt.