Alte Porzellanbehälter.
Unterkunft in Llívia

Die älteste Apotheke Europas

Der wie eine Insel im französischen Hoheitsgebiet liegende und mit Katalonien nur über eine Landstraße verbundene Ort Llívia besitzt einen einmaligen Schatz: die älteste Apotheke Europas.

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Wenige Kilometer hinter Puigcerdà schart sich – bereits hinter der französischen Grenze – die katalanische Exklave Llívia um einen unter Denkmalschutz stehenden historischen Ortskern. Schiefergedeckte Steinhäuser mit hölzernen Balkonen und Fensterläden säumen die gepflasterten Straßen. Sie führen uns in den höher gelegenen Bereich des kleinen Städtchens, der von ganz oben aus von der Kirche Nostra Senyora dels Àngels beherrscht wird. Unmittelbar daneben erhebt sich als Anbau der Turm Bernat de So.
 In diesem ursprünglich zu Verteidigungszwecken errichteten Bauwerk befand sich einst das Rathaus, das Gefängnis und auch die Apotheke, bis es schließlich vom Patronat des Städtischen Museums eingenommen wurde.

Gleich gegenüber diesem Turm stoßen wir auf den interessantesten Aspekt unseres Abstechers: das Gebäude der früheren Apotheke Esteva. Das Geschäft wurde 1942 geschlossen und ist heute ein Museum, in dem die verschiedenen Gerätschaften zu besichtigen sind, die die Apotheker im Lauf der Jahrhunderte zur Herstellung von Heilmitteln und Arzneien zum Einsatz gebracht haben.

Die Anfang des 15. Jahrhunderts gegründete Apotheke besitzt eine wertvolle Sammlung von Behältern aus der Zeit der Renaissance, die mit Heiligenbildern und botanischen Motiven geschmückt sind. Die sorgfältig beschrifteten Töpfe und Gefäße wurden einst zur Aufbewahrung der verschiedensten Zutaten verwendet.

Von allen drei Bereichen der Apotheke – dem eigentlichen Laden, dem Hinterzimmer und dem Labor – sind die repräsentativsten Elemente der einzelnen Epochen erhalten geblieben: der Ladentisch, eine Bibliothek, Rezepturen, Mörser, Destillierapparate, ein barocker Giftschrank, in dem die am stärksten wirksamen Substanzen und Heilmittel aufbewahrt wurden … Im Labor sind die einzelnen Apparaturen strategisch verteilt, um so die Atmosphäre nachzubilden, in dem einst die Heilmittel nach den vom Arzt vorgelegten Rezepturen zusammengestellt wurden.

Der Hauptplatz von Llívia.
Der Hauptplatz von Llívia.

Die geöffneten Bücher, die Brille auf dem Tisch, die sich aneinander reihenden Töpfe … Alles vermittelt den Eindruck, als müsse der Apotheker schon im nächsten Moment wieder den Raum betreten und mit seiner Arbeit fortfahren.

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