Landschaft der Cerdanya.
Technische Beschreibung

Route zu Fuss
Schwierigkeitsgrad: Niedriger Schwierigkeitsgrad
Länge: 9.400 Meter (nur Hinweg).
Dauer: ca. 3 bis 3 ½ Stunden (nur Hinweg).
Höhenunterschied: 50 Meter.
Verlauf: Linearer Verlauf.
Beschilderung: Ja. Pfähle mit Hinweiszeichen, spezifische Markierung des Jakobswegs.
Jahreszeit: Kann das ganze Jahr über begangen werden.
Ausgangspunkt: Bolvir de Cerdanya, Einsiedlerkapelle El Remei.
Kinder: Ja. Es handelt sich um eine sehr einfache Route.
Kartenmaterial: Topografische Ausflugs  und Touristikkarte des Verwaltungsbezirks Cerdanya. Verlag Alpina. 3. Auflage. Mai 2002. Maßstab 1:50.000.

Obligater Besuch
Unterkunft in Llívia
Unterkunft in Bolvir

Auf dem Jakobsweg

Die Route fällt teilweise mit dem die Cerdanya durchquerenden Jakobsweg zusammen.

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Wir haben einen der schönsten und einfachsten Abschnitte ausgewählt, der von der Einsiedlerkapelle El Remei am Segre entlang bis zum Heiligtum von Quadres führt, das im Mittelalter auch als Pilgerhospiz diente.

Anfahrt:
In Puigcerdà nehmen wir die Nationalstraße N-260 in Richtung La Seu d'Urgell. Nach kurzer Zeit erreichen wir Bolvir de Cerdanya. Hier biegen wir bei der zum Ort hin ersten Kreuzung nach rechts ab und folgen im rechten Winkel der Auszeichnung zur Torre del Remei. Nach etwa 50 Metern stoßen wir auf die Einsiedlerkapelle El Remei, wo wir unser Auto abstellen können. Parkgelegenheit besteht auch 50 Meter weiter, auf einem freien Feld vor dem Hotel Torre del Remei.
Beginn:
Die Route beginnt auf diesem asphaltierten Weg zum Parkplatz, nachdem der Jakobsweg von Puigcerdà her kommt. Links von der Kapelle finden wir verschiedene Hinweistafeln, denen wir nähere Angaben zu der vor uns liegenden Route entnehmen können. Zunächst müssen wir etwas in Richtung Bolvir zurücklaufen.

Weiterer Verlauf:
Quer durch den Ort, stoßen wir auf die Nationalstraße N-260, über die wir gekommen sind. Überkreuzen wir diese, finden wir auf der anderen Straßenseite ein Hinweisschild mit der Beschriftung "Molí" sowie einen Pfahl mit der spezifischen Markierung des Jakobswegs. An Bauernhäusern vorbei, haben wir auf den ersten Kilometern noch Asphalt unter den Füßen. Im weiteren Verlauf zieht sich die Route parallel am Fluss entlang. Auf einer Strecke von zwei Kilometern müssen wir ihn ein paar Mal überqueren und kommen dann zur Molí de Ger, einer heute im Privatbesitz befindlichen alten Mühle. Wir müssen stets auf dem breiten Hauptweg bleiben. Es zweigen zwar mehrere ebenso breite Seitenwege ab, dank der fortlaufenden Markierung jedoch dürfte es beim Ausmachen der richtigen Route keine Schwierigkeiten geben. Wir durchqueren grüne Wiesen, auf denen Kühe und Pferde weiden, und genießen die prachtvolle Landschaft, die uns hier aufnimmt. Nach etwa 7 Kilometern Weg kommen wir zum Santuari de la Mare de Déu de Quadres. Hinter dem Heiligtum verläuft die Route weiter bis zur Nationalstraße N-260 bei Isòvol.

Erweiterung der Route:
Der Abschnitt des Jakobswegs in der Cerdanya beginnt bei Llívia und endet in Martinet. Es sind insgesamt 40 Kilometer, die sich in 5 Teilstrecken untergliedern. Unsere Route entspricht der Teilstrecke 3. Zur Teilstrecke 4 hin ist der Weg bei Isòvol unterbrochen und beginnt erst wieder in der Nähe von Talló. Wir empfehlen, bis Talló im Auto zu fahren und von dort aus dann den Abschnitt 5 von Santa Maria de Talló (ein großes, beeindruckendes Bauwerk, das seit dem 10. Jahrhundert eine Kanonikatsgemeinschaft aufnahm) über Bellver de Cerdanya bis nach Martinet zu machen. Eine andere Möglichkeit wäre, mit dem Abschnitt 2 zu beginnen, der von Puigcerdà bis zur Einsiedlerkapelle El Remei führt. Nachdem wir immer wieder auf größere Ortschaften mit entsprechender Übernachtungsmöglichkeit stoßen, kann die ganze Route hier ideal in verschiedenen Etappen zurückgelegt werden.
Kurioses:
Der Jakobsweg als erster europäischer Kulturweg ergab sich als Folge der Wallfahrten nach Santiago de Compostela in Galicien, nachdem man dort im 9. Jahrhundert das Grab mit den sterblichen Überresten des Apostels Jakob gefunden hatte. Die verschiedenen aus Mitteleuropa kommenden Routen laufen in den Pyrenäen in zwei Hauptwegen zusammen und überqueren das Gebirge zum einen über Roncesvalles durch Navarra und zum anderen über Somport und Jaca durch Aragonien. Neben diesen beiden Hauptachsen gibt es eine ganze Reihe von kleineren Routen, von denen eine über den Perxa und den Pimorent-Pass auch nach Katalonien kommt und über Sant Jaume de Rigolisa nach Puigcerdà führt. Diese Wege sind auch heute noch voll gültig und werden von vielen Pilgern in Anspruch genommen, besonders in den sogenannten heiligen Jahren, wenn der Tag des heiligen Jakobs (der 25. Juli) auf einen Sonntag fällt, so wie dies zum Beispiel im Jahr 2004 der Fall ist.

Beobachtungen und Empfehlungen:
Der Jakobsweg führt durch wichtige Ortschaften, darunter etwa Llívia (mit einer der ältesten Apotheken Europas), Puigcerdà (historische Handelsstadt), Bolvir (romanische Kirche Santa Cecília), Bellver (Zentrum für das Tourengehen: Weg der Guten Männer, Route der Schnitter, GR 150 usw.) oder Martinet. Das Heiligtum von Quadres galt im 13. und 14. Jahrhundert als ein domus hospitalis, ein Pilgerhospiz. Das ursprüngliche Gebäude stammte aus dem 12. Jahrhundert, wobei im 17. Jahrhundert dann eine neue Kirche erbaut wurde. Bei archäologischen Ausgrabungen konnten verschiedene Elemente des früheren romanischen Baus zutage gefördert werden, darunter zwei Fenster.

Eingang zur Wallfahrtskapelle El Remei.
Eingang zur Wallfahrtskapelle El Remei.

Von Bellver aus sollte man die unter Denkmalschutz stehende romanische Kirche Santa Eugènia de Nerellà besuchen. Sie besitzt den einzigen voll in lombardischem Stil erbauten Glockenturm der Gegend, der oft auch als der schiefe Turm der Cerdanya bezeichnet wird, nachdem er 1,25 Meter zur Seite geneigt ist.

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